«

»

Mai 19

Sud – Eine Abenteuerreise nach Süden (Jannis Riebschläger)

sud„Was glaubst du?“
„Hmm?“
„Was glaubst du, wie lange wir hier stehen werden?“
Ich überlege kurz. Mit dem Trampen habe ich, genau wie Wibke, noch keine Erfahrung. Gut, ich bin schon das ein oder andere mal nach Hause getrampt, aber gegen das, was wir jetzt vorhaben, ist das nicht der Rede wert.
Von meiner Heimatstadt Leverkusen aus, wollen wir rund 600 Kilometer nach München trampen. Von dort soll es über Kempten weiter nach Oberstdorf, direkt an den Rand der Alpen gehen, die wir zu Fuß überqueren wollen. In Meran wird Wibke den Zug zurück nehmen, da sie noch ein Segeltörn in Schweden erwartet. Für mich geht es von Stadt zu Stadt weitere 1000 Kilometer per Anhalter Richtung Süden, bis nach Bari, auf dem Absatz des italienischen Stiefels, wo ich meine Freunde vom Schüleraustausch Anfang des Jahres besuche.
Dass wir als Schüler knapp bei Kasse sind, sehen wir als Herausforderung, nicht als Hindernis. Ich habe mir 500 € für 6 Wochen als Limit gesetzt, Wibke 300 € für zwei Wochen plus Rückfahrt. Auf geht’s!

Dieses eBook war eine Zufallsentdeckung und passte wunderbar in diese Zeit mit meinem „Ich will weg!“-Tick.  Jannis Riebschläger kannte ich bereits von seinem Reiseblog jannislife.de, den ich in lockerer Regelmäßigkeit gerne lese. Begeister an „Sud“ hat mich zunächst vor allem, dass Jannis und Freundin Wiebke die meiste Zeit in Deutschland reisen. Das ist zwar klar, wenn man von Leverkusen aus nach Italien möchte, aber ich kann mir vorstellen, dass Jannis für sein Buch auch eine Reise im Ausland hätte wählen können. Hat er aber nicht! Und „Sud“ beweist einwandfrei, dass auch Reisen in Deutschland ein Abentuer bedeuten können. Jedenfalls wenn man wie er und Wiebke per Anhalter oder einfach zu Fuß reisen.
Ich habe die beiden sehr bewundert, denn über das Trampen hört man ja schon immer so Geschichten, die einen eher davon abhalten. Deshalb konnte ich einige Male gar nicht glauben, wieviel Glück die beiden auf ihrer Tour mit den Leuten haben, die sie mitnehmen. Andererseits, vielleicht ist man von besagten Schauergeschichten auch einfach nur dermaßen verkorkst und verschüchtert, dass man sowas nicht glauben kann und die Realität sieht eigentlich ganz anders aus? Trotzdem, ich werde mich im nächsten Urlaub ganz sicher nicht mit augestrecktem Daumen an die A2 stellen. Ich denke, Jannis und Wiebke machen dabei bereits einen so souveränen Eindruck, dass sie so schnell nicht an miese Typen geraten werden. Immerhin sind beide bereits viel und weit gereist und niemand macht ihnen so schnell etwas vor. Und das kann ich von mir sicher nicht behaupten.
Auch in anderen Belangen hat es mich beeindruckt, wie Jannis und Wiebke auf ihrer Reise durchkommen. Natürlich gibt es hin und wieder Schwierigkeiten, aber sie finden stets einen Weg, sie zu meisten bzw damit zurechtzukommen. Das gleich gilt auch als Jannis später alleine unterwegs ist. Es scheint wirklich so zu sein, dass man mit Freundlichkeit und Offenheit auch in der Fremde durchkommt. Dass es in diesem Land, in dem ja angeblich jeder vor allem an sich selbst denkt, Menschen gibt, die bereitwillig helfen und unterstützen.
Interessant fand ich die Infortmationen über den E5, einen der Wege, die über die Alpen führen. Ich wusste bis dahin gar nicht, dass das zu Fuß überhaupt möglich ist. Wer erwartet denn solch abenteuerliche Wanderungen in Deutschland, bitte? Ich weiß nicht, ob ich diese Strecke schaffen würde, denn genau wie Wiebke habe ich ziemliche Höhenangst, aber nach diesem Buch reizt mich dieses Unternehmen doch sehr. Mal sehen, was die Zukunft bringt. Im Hinterkopf behalte ich es ganz bestimmt.

Das Buch ist im gleichen Stil geschrieben wie Jannis‘ Blogartikel: recht kurz und knapp, meist auf das Wesentliche beschränkt, hier und da aber auch mit Raum für nachdenkliche Momente wo es passt, und ausgesprochen anschaulich. Das liest sich weg wie nichts und ehe ich es mich versah, hatte ich das eBook auch schon durch.

Auf dem Cover ist Jannis mit seinem Anhalterschild zu sehen. So weiß man gleich, wie er auf seiner Abenteuereise unterwegs ist. Über ihm spannt sich ein traumhaft blauer Himmel, wie es sich für den Süden gehört. Das sieht nach Urlaub aus und macht Laune auf die Geschichte.

Fazit: Wer hätte gedacht, dass man auf einer Reise in Deutschland solch ein Abenteuer erleben kann? Ich fand „Sud“ wirklich sehr spannend und interessant. Oft habe ich Jannis bewundert für seinen Mut und seine Courage und genauso oft habe ich mich gewundert, wie ihm die Leute begegnen. Das hatte ich mir bei uns Deutschen ganz anders vorgestellt. Scheinbar sind doch nicht alle gleich. Eine schöne Vorstellung. „Sud“ ist das ideale eBook für die Urlaubszeit. Es macht richtig Lust, selber einmal solch ein Abenteuer zu erleben.


Titel: Sud – Eine Abenteuerreise nach Süden
Autor: Jannis Riebschläger
Format: Kindle Edition
ASIN: B00T5FP61E
Preis: € 9,99

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

%d Bloggern gefällt das: