«

»

Jan 27

Rezension – Die Nacht gehört den Wölfen (Wulf Dorn)

Die Nacht gehört den Wölfen (Wulf Dorn)Seit dem tödlichen Autounfall seiner Eltern, den er selbst miterlebt hat, leidet Simon unter Albträumen und Angstzuständen. Nach einem Psychiatrieaufenthalt zieht er zu seiner Tante und seinem Bruder, aber es fällt ihm schwer, sich in seinem neuen Leben zurechtzufinden. Vor allem, als er feststellen muss, dass seine schlimmen Träume Wirklichkeit werden: Etwas Böses scheint im Dunkel, das Simon umgibt, erwacht zu sein. Und das Verschwinden eines Mädchens ist erst der Anfang.

Auf dieses Buch habe ich so lange gewartet. Es war mal auf Amazon gelistet, sogar mit VÖ-Termin, doch daraus wurde dann nichts. Danach hatte ich die Hoffnung schon fast ganz aufgegeben, und dann erschien es doch noch. Ich lese sowohl die Thriller für Erwachsene von Wulf Dorn, als auch seine Jugenthriller. Und die kommen bei mir immer nochmal besser weg. Daher wurde „Die Nacht gehört den Wölfen“ direkt verschlungen. An nur einem Abend!
Große Vorreden gibt es nicht. Man erfährt sehr schnell, was Simon bzw ihm und seiner Familie zugestoßen ist, und er tat mir auf Anhieb leid. Erst recht als man ihn zu seiner Tante verfrachtet, über die er kaum etwas weiß. Und auch, wenn die beiden anfangs ihre Schwierigkeiten haben, so mochte ich beide doch auf Anhieb wirklich gerne. Das ist nicht immer so. Regulär hat eine Figur, die sich mal ungerechtfertigt daneben benimmt, bei mir automatisch verloren. Doch in Simons und Tilias Situation konnte ich das gut nachvollziehen. So ging es mit den beiden und mir gleich gut.
So richtig packte mich die Geschichte dann aber erst als ein Mädchen verschwindet. Und als Simon Caro kennenlernt. Beides sind wichtige Elemente in der Geschichte. Die Suche und das Rätsel um das verschwundene Mädchen sind sehr spannend und laden zum Mitknobeln ein. Ich habe immer wieder versucht, mir einen Reim auf das Geschehen und Simons und Caros Entdeckungen zu machen. Das macht Spass und hält bei Laune. Caro mauserte sich außerdem schnell zu meiner Lieblinsgfigur. Ich mag solche resoluten, eigensinnigen, verwegenen und mutigen Mädchen einfach total gerne. Dreimal lieber als solche Handtäschchen-Nagellack-Girlies. Geh mir weg!
Dass mir besonders Simons und Caros Ausflug in das leerstehende Waldhotel gefallen hat, dürfte niemanden wundern, der ein wenig über meine anderen Hobbies weiß. Hach, was war ich neidisch! Solch einen Ort möchte ich irgendwann auch mal erkunden: wo alles noch heile und vorhanden und so wunderbar schaurig ist…ein Traum für jeden, der gern samt Kamera an verlassenen Orten herumstromert.
Nach und nach ereignen sich immer mehr seltsame Vorkommnisse und ich wollte irgendwann einfach nur noch wissen, wie das alles zusammenpasst. Trotzdem beschloss ich, eine Pause beim Lesen zu machen und schlafen zu gehen. Ich habe kein Augen zugekriegt, so dringend wollte ich wissen, wie es weitergeht. Also schnell das Licht wieder angeknipst und weitergeschmökert.
Über die Auflösung werde ich natürlich nichts verraten. Nur soviel: wer schon mal einen Jugendthriller von Wulf Dorn gelesen hat, dem dürfte das sehr bekannt vorkommen. Mich hat das aber genau deshalb überrascht, weil ich nicht gedacht hätte, dass es in diese Richtung geht. Ich habe am Ende tatsächlich wie vom Donner gerührt dagesessen. Das hatte ich so klar nicht erwartet. Genau deshalb hat es mir aber so gut gefallen. Und es ist einfach zu 100 % nach meinem Geschmack.

Die Seiten flogen bei diesem Buch nur so dahin. Bei der spannenden Handlung ist das kein Wunder, doch auch die meist knackig kurzen Kapitel haben dazu gut beigetragen. Ach, eins noch…na gut, noch eins…ach, bis zur nächsten runden Kapitelzahl…und so weiter und so fort. So ging es mir und irgendwann konnte ich schon rückwärts zählen und dachte, dass ich den Rest nun auch noch schaffen würde. In der Geschichte und den meist recht kurzen Kapiteln steckt so viel Tempo, dass es einen beim Lesen einfach mitreißt.

Ich würde lügen, wenn ich schrieben würde, dass mir das Cover super gut gefällt. Ich mag den Kontrast der Farben zu einander. Das Rot und das Weiß zu dem Schwarz, das hat was. Blutig rot passt außerdem eh gut zu einem Thriller. Doch in dem Motiv hätte ich ohne den Titel sicher keinen Wolf erkannt.

Fazit: Auf Wulf Dorns Jugendthriller gehört ein offizieller Warnhinweis, dass sie zu durchwachten Nächten und verpennten Folgentagen führen können. Ich fand „Die Nacht gehört den Wölfen“ super spannend und hier und da auch wunderbar gruselig. So gruselig, dass ich nach dem Lesen mal wieder leicht bange durch die dunkle Wohnung gelaufen bin. Das Ende ist absolut nach meinem Geschmack, und solche Auflösungen werden mir sicher nie langweilig werden. Wer schon einen Jugendthriller von Wulf Dorn gelesen hat, dürfte einiges in den „Wölfen“ wiederfinden.


Titel: Die Nacht gehört den Wölfen
Autor: Wulf Dorn
Seiten: 464
Verlag: cbt
ISBN: 978-3570163979
Preis: € 14,99 (Broschiert)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

%d Bloggern gefällt das: