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Sep 17

Rezension – Jäger des versteckten Schatzes (Ingo Oschmann)

allesgeoDie neue Massenbewegung Geocaching beweist, dass draußen sein nicht nur gesund ist, sondern auch richtig Spaß machen kann: Allein hierzulande liegen etwa 300.000 ungehobene Schätze, sogenannte Caches, die es mithilfe von GPS-Gerät und Online-Hinweisen zu fi nden gilt. Egal, ob allein, mit der ganzen Familie oder dem Kegelclub, der passionierte Outdoor- Schatzsucher Ingo Oschmann zeigt auf verständliche und unterhaltsame Weise, wie noch aus dem letzten Couch-Potato ein echter Indiana Jones wird.

Was habe ich mich gefreut als dieses Buch endlich im Buchladen lag. Es war ja lange angekündigt, aber irgendwie nie erschienen und dann plötzlich doch. Warum ich es haben musste, dürfte klar sein: Geocaching gehört auch zu meinen Hobbys, schon lange sogar. Der zweite Grund war, dass ich mit Hoeckers „Schnitzeljäger“ so unheimlich viel Spass hatte. Und da lässt es sich leider nicht vermeiden, dass man beim Lesen vergleicht. Vielleicht einer der Gründe, wieso ich mit Ingo Oschmanns Buch nicht so recht warm geworden bin.
Ein weiterer dürfte sein, dass ich nicht mehr am Anfang stehe bei diesem Hobby. Denn Ingo Oschmann beginnt die Thematik wirklich quasi beim Urschlamm. Der Anfänger bekommt hier wirklich ausführlich alles an die Hand gegeben, was er wissen muss. Das finde ich für Anfänger auch wirklich richtig toll. Und wenn ich daran denke, wie ich mich damals am Anfang mühselig eingefuchst habe, dann kann ich das Buch jedem Anfänger wärmstens ans Herz legen. Es wird ihm vieles erleichtern.
Für mich allerdings bot das Buch so zunächst nahezu gar nichts Neues. Und entsprechend hat es mich durchaus ein bisschen gelangweilt. Und da steht dann der erste Vergleich mit dem „Schnitzeljäger“ an: auch Hoecker erklärt alle Elemente des Hobbys, , auch super für Anfänger, aber eben anders. Nicht so ganz kleinschrittig (aber es fehtl trotzdem nichts) und vor allem erheblich witziger. Ich kenne Ingo Oschmanns Darbietung als Komiker, Kabarettist usw nicht, denke aber nach dem Buch, dass ihn ihn in der Hinsicht auch nicht weiter kennenlernen muss. So richtig unterhaltsam und spaßig fand ich im Buch nur seine Cacher-Weisheiten, ansonsten reichte es nicht mal für ein Schmunzeln.
Weiterhin haben mich die teilweise wirklich ausufernden Beschreibungen von Caches bzw Cacherabenteuern gestört. Das ist aber zweifelsfrei Geschmackssache. Ich habe persönlich zB gar nichts gegen einen Multicache mit einer guten Story dazu, ganz im Gegenteil. Es muss aber nach meinem Geschmack sein. Und dazu gehören weder Wikingergeschichten, noch solche aus Gandalfs Universum und schon lange keine mit irgendwelchen Rechnereien (dafür bin ich eh zu dusselig 😉 ). Von daher packte mich Ingo Oschmann auch damit nicht.
Fairerweise muss ich sagen, dass das Buch mich im letzetn Drittel mehr begeistern konnte. Da geht es beispielsweise um Events (noch nie mitgemacht), besondere Cachetypen (Lost Places, um meinen Favoriten zu erwähnen, T5 – Caches, speziell Klettercaches (ich möchte bei Gelegenheit dafür gerne einen Kurs machen) und die dafür nötige Ausrüstung usw. Hier habe ich eben doch noch interessantes Neues erfahren. Für Ingo Oschmanns Humor habe ich aber wohl trotzdem keine Antenne, jedenfalls ist mir keiner aufgefallen.

Was mich auch gestört hat, Ingo Oschmanns Art, den Leser direkt per „Du“ anszusprechen. Nichts gegen das „Du“, das geht in Ordnung, aber von der Art her ist mir das einfach eine Ecke zu persönlich direkt. Hin und wieder, okay, aber hier taucht diese direkte Ansprache für meinen Geschmack zu oft auf. So oft, dass ich es fast aufdringlich fand. Abgesehen davon liest sich das Buch aber leicht und locker weg. Die Kapitel sind angenehm kurz und locken mit cleveren Titeln.

Das Cover gefällt mir. Ingo Oschmann kommt sympathisch rüber und mit Landschaft und GPS sind zwei der wichtigsten Elemente dieses Hobbys vorhanden.

Fazit: „Es ist das erste Buch […], mit dem jeder direkt loslegen und sofort selbst einen Geocache finden kann“. So steht es am Ende des Klappentextes, und das stimmt auf ganzer Linie. Hier finden absolute Anfänger alles, was sie brauchen um loszulegen. Das ist toll. Geht man dem Hobby jedoch schon länger nach, bietet der erste Teil des Buchs wenig bis nichts Neues, wodurch es durchaus öde werden kann. Der zweite Teil hat dann auch mir besser gefallen, weil es dort auch für Cacher Neues zu entdecken gibt, die schon länger dabei sind. Mit Ingo Oschmanns Humor konnte ich kaum etwas anfangen, leider. für Anfänger also ein Top-Buch zum Einstieg, für „ältere Hasen“ nuchr teilweise.


Titel: Jäger des versteckten Schatzes
Autor: Ingo Oschmann
Seiten: 368
Verlag: Heyne Verlag
ISBN: 978-3453615076
Preis: € 9,99

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