«

»

Jun 25

Rezension – Schlusstakt (Arno Strobel)

Schlusstakt (Arno Strobel)Sing um dein Leben! Für Vicki scheint ein Traum wahrgeworden zu sein: Sie hat es bei der neuen Castingshow in die letzte Runde auf einer abgelegenen Südsee-Insel geschafft und hat nun die Chance auf 2 Millionen Euro und einen Plattenvertrag. Aber der Wettbewerb ist nicht nur hart, sondern tödlich. Vickis Mitbewohnerin Carolin wird am Strand gefunden – erschlagen. Wer ist zu so einer Tat fähig? War es einer der Kandidaten, die Carolin in den Fights aus dem Wettbewerb gedrängt hat? Die Anspannung wird zu einem wahren Nervenkrieg, denn der Mörder muss noch auf der Insel sein.

Arno Strobels Thriller für Erwachsene gehören für mich zur Pflichtlektüre, aber er konnte mich auch mit seinem ersten Jungendthriller „Abgründig“ überzeugen. Deshalb stand fest, dass ich auch „Schlusstakt“ lesen würde.
Natürlich wusste ich vom Klappentext her, dass es sich die Handlung im Rahmen einer Castinshow abspielen würde. Für solche Shows habe ich nullkommanichts übrig. Einfach, weil mir der Gedanken nicht gefällt, dass so viele Kids heute meinen, mittels solcher Shows um normale Arbeit herumzukommen, sich aber trotzdem dumm und sämlich zu verdienen. Allerdings hatte ich Arno Strobel durchaus zugetraut, mir dieses Setting dennoch ganz sympathisch zu machen.
Das ist leider nicht gänzlich gelungen. Ich habe mehrfach den Kopf geschüttelt. Nein, solche Shows werden nie mein Fall werden. Und ich werde nie verstehen, was so sehr gegen normale, ehrliche Arbeit spricht.
Was ich der Geschichte aber in dieser Hinsicht widerum hoch anrechnet ist, dass sie wahrlich kein Leben in Glanz und Gloria beschreibt. Zwar werden die Kandidaten für die letzte Runde der Show auf einer Insel der Malediven (NEID, NEID, NEID!) untergebracht, doch das war es dann auch schon mit paradiesischen Zuständen. Die Bedingungen der Show sind hart, richtig hart. Alles um die Jugendlich auf das eventuelle Leben als Superstar vorzubereiten. Grundsätzlich finde ich das gut, damit die Damen und Herren lernen, dass man sich nach dem Sieg bei einer solchen Sendung nicht nur im Ruhm sonnen wird. Doch natürlich bekommt man hier nochmal eine ganz besondere Härte zu spüren.
Das Schockierendste für mich war daran, dass mir das alles gar nicht mal so unwahrscheinlich erschien. Schon heute gibt es TV-Shows, die offenbar in erster Linie dazu dienen, vor allem die Sensationsgeilheit der Zuschauers zu befriedigen. Die Würde der Teilnehmer? Nebensächlich! Somit kam mir das Format von „Germanys Next Superstar“ eher so vor wie eine unausweichliche Steigerung aktueller Sendungen.
Das Rätsel und die Nachforschungen nach dem ersten Mord fand ich ganz spannend. Man hat ja einen eher kleinen Kreis an Verdächtigen, da kann man leicht mitknobeln und Verdächtigungen anstellen. Immer wieder tun sich neue Abgründe rund um die Show auf, die fassungslos machen und ab und zu weiß man wirklich nicht, wem man hier überhaupt noch trauen kann. Der Täter war für mich eine Überraschung, und das gefällt mir immer sehr an Thrillern und Krimis.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen vor allem Vicky, Maike, Ivana und Carolin. Ich fand sie durchweg ganz in Ordnung und sympathisch. Die eine früher, die andere später. Aber so richtig warm bin ich mit ihnen nich geworden. Erstens wird bei den Charakteren nicht so sehr in die Tiefe gegangen, dass ich eine echte Beziehung zu ihnen aufbauen konnte. Zweitens haben sie eben alle ein Ziel, für das ich weder ihr Engagement, noch ihre Begeisterung nachvollziehen konnte.
Der Schauplatz widerum war genau nach meinem Geschmack. Ich würde sonstwas dafür geben, auf die Malediven zu reisen. Sie sind seit je her mein Traumziel und gewisse Beschreibungen in dieser Geschichte haben mich darin noch bestärkt. Aber natürlich als ganz normale Reise 😉

Genau wie alle anderen Thriller von Arno Strobel las sich auch „Schlusstakt“ für mich wunderbar leicht und flüssig. Viele Dialoge lockern auf, die Kapitel sind nicht zu lang und durch gelegentliche Kapitel, die bei einer unbekannten Person spielen bzw ihren Gedanken, kam nochmal Abwechslung und Tempo ins Geschehen und damit in mein Lesetempo.

So ein wunderschönes Cover, oder eher: was für eine wunderschöne Gestaltung des ganzen Buchs. Denn auch die Klappen der Broschur und das rückwärtige Cover zeigen diese kleine Insel in diesem traumhaft türkisfarbenen Meer. Ich könnte das Buch ewig lange anschauen und mich dorthin träumen…

Fazit:  Eine ganz spannende Geschichte an einem wirklich traumhaft schönen Schauplatz, die sich um ein sehr aktuelles Thema dreht. Ich bin mir sicher, es wird nach und nach immer mehr dieser Castingshows geben. Vielleicht stimmt „Schlusstakt“ manche jugendliche Leserin etwas nachdenklich und kritisch gegenüber solcher Zukunftsvorstellungen. Ganz konnte die Geschichte mich aber nicht überzeugen, dafür habe ich einfach zu wenig Verständnis für die Begeisterung für solche Shows bei Jugendlichen. Aus dem Grunde bin ich auch mit den Figuren nicht  warm geworden. An „Abgründig“ reicht „Schlusstakt“ für mich also nicht heran. Kann man lesen, ist aber in meinen Augen keine Pflichtlektüre für Strobel-Fans.


Titel: Schlusstakt
Autor: Arno Strobel
Seiten: 222
Verlag: Loewe Verlag
ISBN: 978-3785578650
Preis: € 9,95 (Broschiert)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

%d Bloggern gefällt das: