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Nov 23

Büchertauschbörse oder auch Enttäuschung am Sonntag

Heute Früh hatte ich auf einer bekannten Seite für Flohmärkte, Börsen etc. von einer Büchertauschbörse gelesen.
Das klang soweit ganz gut, denn sowas gibt es hier sonst nur selten.

Zwei Bedingungen zum Tauschen gab es: erstens nur Bücher in tadellosem Zustand, zweitens nur Bücher, die maximal 5 Jahre alt sind.
Das fand ich zwar schon etwas vermessen, aber wenn die Bücher, die man ertauscht im gleichen Zustand sind, geht das für mich völlig in Ordnung.

Veranstaltungsort: eine Schule
Veranstalter: ein Elternverband

Da kam bei mir zum ersten Mal eine sehr, sehr große Skepsis auf. Aber ich habe sie ignoriert und mir gedacht: wenn da Eltern und Schüler ihre Bücher tauschen, warum nicht? Flohmarkt ohne Geld, das wäre doch mal was!
Eine ortsansässige Buchhandlung sollte ebenfalls vertreten sein und neue Bücher, Hörbücher usw empfehlen.

Also packte ich meine Abgabebücher und auch ein paar Hörspiele und Hörbücher ein, machte mich frohen Mutes auf den Weg und stellte mich den Zweifeln im Hinterkopf gegenüber taub. Das klappte verblüffend gut.

Pünktlich zu Beginn der Börse war ich dort, nahm Rucksack und Jutetasche und betrat die Cafeteria der Schule, in der die Börse stattfand.

Was musste ich da sehen?

Fünf Cafeteriatische mit Büchern. Etwa zehn auf jedem Tisch, auf den größeren Tischen vielleicht zwanzig Bücher.
Dazwischen ungefähr fünf Leute, die die Bücher anschauten.
Und natürlich der bei solchen Veranstaltungen unvermeidliche Tisch mit selbstgebackenem Kuchen.

Ich bin einmal um alle Tische herumgegangen, habe mir die Bücher angesehen und bin dabei ehrlich sauer geworden!
Vergilbte, zerlesene Bücher (aus der Schulbibliothek?), teilweise von anno Schnuff.
Und dafür möchte man Bücher in tadellosem Zustand mit höchstens 5 Jahren auf dem Buckel?!
Ich glaube, es hackt!

Außer mir war niemand dort, der selber Bücher mitgebracht hatte, sodass man hätte tauschen können.

Was hat man dort erwartet? Dass man seine mitgebrachten, tadellosen Bücher auf die Tische legt, zusieht wie die Heuschrecken darüber herfallen und dann selber mit Büchern von Gilb & Co. glücklich nach Hause geht?

Von der Buchhandlung war eine Frau dort, die sich aber mehr für Muffins und Kuchen interessierte.

Ehrlich, ich hatte nicht viel erwartet, aber zumindest doch Bücher in dem von den potenziellen Tauschern geforderten Zustand. Etwas mehr Auswahl hatte ich mir ebenfalls versprochen und eben, dass man wirklich mit anderen Leserattzen dort tauschen kann.

Was für eine Enttäuschung!

limone-zitronesauer

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