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Okt 24

Am Messestand – Wir freuen uns auf euch! (aber nicht alle)

Weil ich gerade in genau der richtigen Stimmung bin, kommt hier gleich noch ein Artikel über ein Thema, das ich seit Wochen mit mir herumtrage und das ich einfach nicht aus dem Kopf bekomme. Genau genommen seit der Frankfurter Buchmesse.

messe

Es gab dort den Stand eines bekannten Verlags, an dem ich mehrmals vorbeigeschaut habe, weil er -das muss man neidlos anerkennen- zu den besten im Bereich der Jugendbücher gehört. Zu einer seiner Reihen gibt es einen wirklich tollen Fanartikel, den ich sehr gerne hätte. Man kann ihn aber nicht kaufen, sondern höchstens bei einem Gewinnspiel gewinnen. Das fand ich zwar schade, aber gestört oder geärgert hat es mich nie. Manche Dinge muss man einfach akzeptieren wie sie sind, kein Problem!

Am Abend des ersten Messetags las ich im Internet voller Erstaunen, dass jemand diesen Artikel gegen eine kleine Spende erhalten habe. Nun kann in den Weiten des www jeder schreiben was er will, stimmen muss es deshalb noch lange nicht. Trotzdem beschloss ich, am nächsten Messetag mal freundlich beim Verlag nachzuhorchen.

Also sprach ich eine Dame am Stand an, wir unterhielten uns eine Weile ganze nett und dann fragte ich halb im Ernst, halb im Spass: „Ich habe gelesen, jemand hat ein …. gegen eine kleine Spende bekommen. Wem muss ich wieviel dafür spenden um auch eins zu bekommen?“

Die junge Dame erklärte, das müsse sie nachfragen. Sie hätten kaum noch welche und die würden einzig zu Dekozwecken zB auf Messen genutzt. Sie ging also nachfragen und erklärte anschließend, von solch eine Spendenaktion wisse man nichts. Die übrigen Fanartikel seien tatsächlich nur zum Dekorieren gedacht.
Ich habe das hingenommen, sehr entspannt übrigens, zumal ich ohnehin nicht damit gerechnet hatte, an ein solches Teil zu kommen.

Verärgert war ich dann wenig später nach der Messe als der Verlag einmal mehr solche Artikel verloste. Natürlich, er kann damit tun und lassen was er möchte. Aber dann kann man doch auf Nachfrage klipp und klar sagen: „Gibt’s nicht, außer Sie gewinnen es.“ Wieso diese Flunkerei mit den Dekoartikeln?

Später am Tag verärgerte mich der gleiche Verlag sofort, nicht erst Tage später. Ich hatte ein Buch dabei, das ich mir signieren lassen wollte. Leider überschnitt sich diese Lesung mit einer anderen, die ich gerne sehen wollte. Also ging ich kurz vor der ersten Lesung zum Stand und fragte freundlich, ob die Autorin bereits am Stand sei, weil ich mir ein Buch signieren lassen wollte und es wegen der anderen Lesung (veranstaltet vom gleichen Verlag!) sonst nicht pünktlich zur Signierstunde schaffen würde.
Ich bekam folgende Antwort. Sie dürfte nahezu wörtlich stimmen. Man stelle sich dazu nur noch einen sehr patzigen Ton vor.
„Ja, … müsste schon am Stand sein, aber ob sie so kurz vor der Lesung noch zum Signieren rauskommt, das glaube ich nicht. Die Autoren mögen das meist auch gar nicht, dafür extra rausgerufen zu werden.“

Ich hätte diese Antwort akzeptiert, wenn sie ebenso freundlich gewesen wäre wie meine Frage. Ohne diesen patzigen Ton. Dann wäre es halt so gewesen. Ich weiß auch, dass die Leute an den Ständen sich über die Messetage sicher die dümmsten Fragen anhören müssen, dass die Füße weh tun und man im Dauerstress ist. Genauso bin ich mir sicher, dass man Besucher mit Pressebändchen, die nicht in Schlips und Kragen antreten, erstmal mit Skepsis betrachtet. Wenn ich über den Messetag so sehe, wie viele Leute mit Bändchen blindlings von Stand zu Stand rennen und ohne Vorstellung, ohne auch nur ein „Hallo“ oder „Guten Tag“ fragen, ob man an Blogger Leseexemplare vergebe, dann finde ich diese Skepsis sogar völlig berechtigt. Aber in diesem Ton vorgebracht, hat mich diese Antwort sehr geärgert.

Ich finde, dass man als Verlagsmitarbeiter durch diese Messetage durch und sich zusammenreißen muss, egal was auf einen zukommt. Das muss jeder ganz normale Angestellte täglich, der mit Kunden zu tun hat. Zumindest aber, dass man sich nach der Devise richtet „Wie du kommst gegangen, so wirst du auch empfangen.“

An keinem anderen Stand auf der Messe habe ich auf Fragen solch unfreundliche, kurz angebundene Antworten von oben herab bekommen. Nirgends! Und ich war an sehr vielen Ständen. Mein Kompliment und meine Hochachtung! Euch glaube ich das „Wir freuen uns auf euch!“ das nahezu jeder Verlag kurz vor den Messen auf Facebook und den eigenen Seiten verkündet.

Diesem einen Verlag nehme ich das nicht mehr ab.
Leider.

 

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