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Sep 24

Rezension – Rosen, Tulpen, Nelken, alle Blumen welken (Deborah Ellis)

Rosen, Tulpen, Nelken, alle Blumen welken (Deborah Ellis)Es sollte ein unbeschwerter Sommer werden für Jess und ihre beste Freundin Casey. Doch die aufmüpfige kleine Stephanie macht den beiden Feriencamp-Betreuerinnen das Leben schwer. Wem rutscht da kein Scherz über Mordgelüste raus? Als das Mädchen eines Nachts verschwindet und Tage später tot aufgefunden wird, gerät ausgerechnet Casey unter Mordverdacht. Jess ist gelähmt vor Schock: Kann sie ihre Freundin bei der Polizei entlasten oder stimmt es etwa, was im ganzen Ort gemunkelt wird, dass Casey doch schon immer etwas sonderbar war?

Rein vom Klappentext sprach mich dieses Buch sofort an. Gut, ich hatte dabei außer Acht gelassen, dass die Geschichte nicht in Deutschland spielt (was ich mittlerweile nicht mehr mag), aber das stellte sich dann doch noch als kleinstes meiner Probleme damit heraus.
Dabei klingt der Aufhänger wirklich gut und vielversprechend. Ein Mord an einem Kind, eine Jugendliche unter Verdacht, Zweifel an ihrem bislang so gutem Wesen, das klang nach Spannung und viel Knobelei beim Lesen. Aber: Pustekuchen!
Die Geschichte wird quasi zweiteilig erzählt. Es gibt Kapitel, die erzählen von den Ereignissen im Camp, in dem die kleine Stephanie war. Wo sie Casey und Jess als Betreuerinnen hatte. Und wo sie letzlich auch verschwand und ermordet aufgefunden wurde. So kann man sich gut ein Bild vom Geschehen machen und nach Anhaltspunkten für oder gegen einen Verdacht gegenüber Casey suchen. Leider erfährt man dabei nicht viel über Casey, im Mittelpunkt steht meist ihr ständiges Bemühen um die aufmüpfige Stephanie (die ich persönlich schon nach kurzer Zeit hätte eiskalt auflaufen lassen, denn das Kind nervt nur!) und ihre Liebe zu Insekten, was mir irgendwann schlichtweg auf die Nerven ging.
Die übrigen Kapitel spielen sich im Hier und Jetzt ab, wo Casey unter Mordverdacht im Gefängnis sitzt und ihre Freundin Jess das Leben ohne die Freundin meistern muss. Auch von Jess konnte ich mir die ganze Zeit kein richtiges Bild machen. Sie wirkte auf mich immer nur irgendwie farblos und trantütig. Gerade Letzteres habe ich ihr schwer übel genommen und es auch einfach nicht verstanden.Sie erzählt, dass ihre beste Freundin im Gefängnis sitzt, wie die Stadt sich gegen Casey wendet, wie sie langsam zu zweifeln beginnt und dass sie eigentlich dringend etwas für Casey tun müsste, aber…nichts! Alles kommt völlig emotionslos rüber, nichts davon kommt so tiefgehend zu Sprache, dass es den Leser betroffen machen könnte. Stattdessen wollte ich Jess ständig nur treten, dass sie eben nicht nur schwafelt, sondern auch etwas tut. Etwas anderes, als sich selbst immer mehr mit ins Elend zu reiten! Etwas anderes als absolut unnütze und sinnlose Dinge wie zB jede Nacht Rad zu fahren.
Spannung kam bei mir hier leider nicht eine einzige Sekunde auf. Ich wollte zwar wissen, ob es Casey war und falls ja, wie sie es getan hat, aber mehr war es nicht. Mehr so eine Art nun-komm-endlich-zum-Ende-Gefühl.
Natürlich kam das Ende irgendwann und die Auflösung entpuppte sich gleich als die nächste Pleite. Da hat man nun zig Seiten mehr oder weniger intensiv gegrübelt, wer Stephanie umgebracht hat und dann sowas! Das wirkte schlichtweg erzwungen, mehr nicht. Und dem Leser zeigt es klar eine lange Nase. Denn nichts, wirklich nichts, deutet zuvor darauf hin. Wenn man denn also wirklich gerätselt hat, denn kriegt man hier quasi vor den Latz geknallt, dass man eigentlich nur sinnlos Hirnschmalz verbrannt hat.
Ein überraschendes Ende, eine clevere Wendung, das geht defintivi anders!

Lesen lässt sich die Geschichte ganz gut, wenn man sich denn mangels Spannung und Dramatik bis zum Ende hin durchbeißt. Dass Jess recht langweilig erzählt, muss man auch akzeptieren können. Mir haben es vor allem die Wechsel zwischen den Schauplätzen leicht gemacht, dabei zu bleiben. Das ist zwischen Jess öden Parts eine ganz nette Abwechslung.

Das Cover gefällt mir noch genauso wie auf den ersten Blick. Es ist schön düster wie es sich für einen Thriller gehört. Und mit dem Fahrrad auf der Wieso wirkt es auch eine Spur geheimnisvoll. Eine schöne Kombination.

Fazit:  Unspannend, undramatisch, mit oberflächlichen und farblosen Figuren, die teilweise dermaßen unsinnige Dinge tun, dass man nur den Kopf schütteln kann, und mit einer Auflösung, die jeden miträtselnden Leser verspottet. Das ist für mich „Rosen, Tulpen, Nelken, alle Blumen welken“. So leid es mir tut, aber Thriller geht anders!


Titel: Rosen, Tulpen, Nelken, alle Blumen welken
Autor: Deborah Ellis
Seiten: 256
Verlag: cbj
ISBN: 978-3570401750
Preis: € 7,99 (TB)

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