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Sep 23

Rezension – Gänsehaut – Die Nacht im Turm der Schrecken (R.L. Stine)

turmschreckenEinmal Prinz und Prinzessin sein – für Sue und Eddie geht dieser Wunsch in Erfüllung. Als sie bei einer Führung durch den „Turm der Schrecken“ hinter ihrer Gruppe zurückbleiben, taucht plötzlich eine geheimnisvolle Gestalt auf und versetzt sie durch Zauberei ins Mittelalter. Was wird nun mit ihnen geschehen?

Dieser Rezension muss ich etwas vorausschicken, das ich mir quasi als Schild auf die Seite hängen könnte. Nämlich, dass ich hier nur meine ganz eigene, persönliche Meinung zu Büchern niederschreibe. Niemals eine allgemeingültige Meinung. Wie auch als einzelner Mensch

Okay, dann kann es ja nun endlich losgehen mit der Besprechung. Wie schon so oft geschrieben, mag ich diese „Gänsehaut“-Bücher sehr gerne für zwischendurch. Bei diesem hier hatte ich bereits beim Klappentext meine Bedenken, aber das Buch war auf dem Trödel so günstig…
Ich hätte auf mein Gefühl hören sollen. Wer Geschichten mag, die im Mittelalter spielen, auf holprigen Straßen, in finsteren Türmen, wo die Menschen noch mit Sovereign bezahlen, mit einfach Karren fahren und wo es Prinzen, Pinzessinnen und Magier gibt, der kann hier bedenkenlos zugreifen.
Denn unversehend finden sich die Geschwister Sue und Eddie sich während einer Führung im sogenannten „Turm der Schrecken“ im finsteren Mittelalter wieder. Ihnen auf den Fersen der Scharfrichter der damaligen Zeit. Ich muss gestehen, dass ich diese Verfolgungsjagd durchaus ganz spannend fand. Es hat auch einige Zeit wirklich Laune gemacht zu grübeln, was da überhaupt mit Sue und Eddie passiert ist, und wieso eigentlich.
Leider konnte aber auch das nicht rausreißen, dass ich für solche Mittelaltergeschichten rein gar nichts übrig habe. Ich gehe sehr gerne auf Mittelaltermärkte. Es gibt auch einige Filme, die im Mittelalter spielen und die mir gefallen. Aber ich langweile mich regelmäßig zu Tode, wenn ich ein mittelalterliches Szenario beschrieben bekomme. Genau deshalb hat mir „Die Nacht im Turm der Schrecken“ keinen rechten Spass gemacht.
Zugute halte ich der Geschichte, dass sie immerhin -jedenfalls für mich- etwas Neues zu bieten hat. Ich habe nun schon einige „Gänsehaut“-Bücher gelesen, aber Geschichten mit solchen Zeitreisen und einer Handlung, die weitgehend vor mehreren hundert Jahren spielt, sind mir dabei noch nicht untergekommen.
Das Ende dagegen geht mir sogar für diese Reihe zu weit. Da sind Sue und Eddie jahrelang bei ihren Eltern aufgewachsen, müssen nun aber erkennen, dass das völlig falsch war und wechseln mir nichts, dir nichts zu einem bis vor ein paar Tagen Unbekannten, den sie als Elternteil annehmen? Ich weiß ja, dass diese Reihe sich an sehr junge Leser richtet. Da muss man oft mal Fünfe gerade sein lassen, was für mich auch kein Problem ist. Aber dieses leichtferige Auswechseln der Eltern, das dürfte wohl auch den jungen Lesern ein wenig seltsam vorkommen.

Mit 125 Seiten, relativ großer Schrift und breiten Leerräumen zwischen den Kapiteln ist das Büchlein im Nu gelesen. Auch wenn sich Sue und Eddie mitunter in etwas seltsamen Sätzen unterhalten (ich schiebe das auf die Übersetzung), so ist der Stil doch schön locker und jugendlich gehalten. Das muss bei einem Buch für Kinder von etwa 8 bis 10 Jahren auch so sein.

Es war auch das Cover, was mich beim Kauf verleitet hat, denn das gefällt mir ganz gut. Der Henker sieht schön schaurig und gefährlich aus. Ich denke, schon deshalb hatte ich auf einen Schuss Grusel gehofft, der meine Mittelalter-in-Bücher-Phobie besänftigten würde. Leider hat das nicht geklappt.

Fazit:  Wer sich nicht zu Tode langweilt, wenn eine Geschichte im Mittelalter spielt, der wird an „Die Nacht im Turm der Schrecken“ sicher seine Freude haben. Ich habe es allerdings gar nicht mit Leiterkarren, Türmen, holprigen Straßen, Prinzen und Prinzessinnen und all dem mittelalterliche Krams. Deshalb hat mir die Geschichte nicht gefallen. Da hat es nichts gerettet, dass sie durchaus spannend ist. Hinzu kommt noch ein völlig absurdes Ende, das selbst für „Gänsehaut“ zu weit geht.


Titel: Gänsehaut (12) – Die Nacht im Turm der Schrecken
Autor: R.L. Stine
Seiten: 125
Verlag: cbj / Random House
ISBN: 978-3570200230
Preis: gebraucht ab € 0,01

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