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Apr 13

Rezension – Girl Online (Zoe Sugg)

Girl online (Zoe Sugg)Unter dem Namen Girl Online schreibt die 15-jährige Penny einen Blog über die täglichen Dramen in der Schule. Über Jungs, über ihre verrückte Familie – und über die Panikattacken, die sie seit einiger Zeit immer wieder bekommt. Außer ihrem besten Freund Elliot weiß niemand, wer die Autorin dieses Blogs ist, dessen Fangemeinde immer größer wird. Im wirklichen Leben sinkt Pennys Fangemeinde dagegen nach einem megapeinlichen Auftritt in der Schule weit unter Null. Da kommt ein Auftrag der Eltern in New York gerade recht. Penny darf mitkommen und trifft den hinreißenden Noah, der Gitarre spielt und in den sie sich sofort verliebt. Die beiden verbringen Weihnachten und ein unvergessliches Silvester zusammen. Doch erst als sie wieder nach Hause kommt, erfährt Penny, dass Noah ihr nicht alles erzählt hat.

Eines muss ich vorwegschicken: ich kannte den Youtube-Superstar Zoella bis zu diesem Buch nicht. Als ich das auf der ersten Seite gelesen habe, hätte ich das Buch beinahe spontan wieder weggelegt. Ich bin auf der diejährigen Buchmesse in Leipzig zwei sogenannten Youtube-Superstars begegnet bzw in den Schwarm ihrer Jünger geraten und seitdem ziemlich bedient was solche Berühmtheiten angeht.
Doch Kneifen gilt nicht, also habe ich doch weitergelesen und bin im Nachhinein mehr als froh darüber. „Girl Online“ ist rundum ein super schönes Buch.
Die 15jährige Penny mochte ich auf Anhieb, vermutlich weil sie mich so sehr an mich selber in dem Alter erinnert. In der Schule -also offline- hängt sie sich oft an die falschen Freunde, die sie meist nur ausnutzen. Das tat mir sehr leid für sie. Und ich weiß auch ganz genau, wie es ist, wenn man ein bisschen tollpatschig ist und sich dadurch zum Gespött der Mitschüler macht. Das ist ebenfalls grässlich. Daher konnte ich gut nachvollziehen, wieso Penny mit sich selbst so sehr im Unreinen ist. Sie ist alles andere als dumm, was man vor allem an den schlauen Artikeln auf ihrem Blog merkt, doch mit Klugheit kommt man als Fünfzehnjährige nicht unbedingt sehr weit. Online dagegen findet man so schnell Freunde, soweit man das denn so nennen kann. So hat Penny auf ihrem Blog viele Fans und die trösten sie oft über ihren Kummer hinweg. Irgendwo ist es erstaunlich, dass sowas heutzutage geht, aber schön ist es eben auch und ich denke, viele junge Leserinnen kennen diesen Gegensatz zwischen online und offline nur zu gut. Online braucht es oft nur einen Klick und man ist mit jemandem befreundet. In der Realität gestaltet sich das oft erheblich schwieriger.
Genauso gerne wie ich Penny mochte, mochte ich auch ihren Freund Elliot. Er ist ein so liebenswerter Kerl mit seinem schrägen Klamottengeschmack, den lustigen Sprüchen und dem ewigem Gram wegen der Einstellung seiner Eltern ihm gegenüber. Und er ist Penny eindeutig der weltbeste Freund! So jemanden muss man einfach mögen.
Mit der Reise nach New York wendet sich für Penny das Blatt. Dort ist sie weit weg von den boshaften Kids in ihrer Schule und unter lauter Leuten, die sie mögen bzw mit denen sie super klarkommt. Man spürt beim Lesen richtig, wie erleichtert Penny ist, wie sie sich entspannt und das Geschehen zuhause hinter sich lässt. Sie wirkt gleich viel fröhlicher und lockerer, was ich ihr von Herzen gegönnt habe. Diesen Neustart hat sie verdient.
Als sie Noah kennenlernt, entspinnt sich eine sehr schöne Lovestory. Natürlich, ein bisschen kitschig und rosarot geht das dabei schon zu. Aber weil mir Penny zuvor so leid getan hat, habe ich das gerne in Kauf genommen. Wer sowas durchgemacht hat, dem sei ein wenig Kitsch gegönnt. Noah ist halt auch einfach nett und cool. Und vor allem tut er Penny und ihrem Selbstbewusstsein so richtig gut.
So schön ich die Story bis dahin fand, ich habe mich natürlich auch gefragt, wann der große Umbruch kommt. Solche Lovestorys haben doch immer irgendein Drama in petto. Und hier müsste es doch irgendwie auch mit Pennys Blog zu tun haben, denn sonst würde der keine so große Rolle spielen. Ob es mit dem Geheimnis zu tun hat, das Noah zu umgeben scheint?
Der Wendepunkt kommt dann aber so richtig erst als Penny wieder zuhause ist. Sie entdeckt, wer Noah tatsächlich ist und das alleine ist verletztend genug. Doch auch auf ihrem Blog geraten die Dinge daraufhin aus den Fugen und die vermeintlichen „Freunde“ machen binnen kürzester Zeit Front gegen Penny. Da ihr Blog sehr berühmt ist, bekommen bald auch Zeitungen davon Wind und dann geht es so richtig rund. Und wer steckt eigentlich dahinter?
Hier wird schön deutlich, wieviel man auf Online-Freunde oft geben kann. Allzu sehr wird aber nicht mit dem moralischen Zeigefinger gewunken, was ich gut fand. Sowas mag ich nicht. Die Warnung, die Sache mit der Online-Freundschaft nicht zu ernst zu nehmen, kommt rüber. Das muss reichen .Dabei bleibt es aber auch. Im Wesentlichen ist die Geschichte weiterhin unterhaltsam und spannend und turbulent. Für eine Weile hatte Penny – und somit auch ich- einen ganz bösen Verdacht, wer die Sache um Noah und Pennys Blog losgetreten haben könnte. Und natürlich wollte ich wissen, ob das mit Noah und Penny wieder ins Reine kommen würden. Somit war speziell in diesem Teil der Story ordentlich Spannung drin.

Ich konnte das Buch fast nicht aus der Hand legen. Penny erzählt so locker und teeniemäßig frisch von ihren Erlebnissen, dass die Seiten nur so dahinflogen. Wäre ich nicht irgendwann zu müde gewesen, hätte ich das Buch in einem Rutsch gelesen. Für zusätzliche Auflockerung sorgen Pennys Blogartikel. Viele sind es aber nicht, da hattte ich mehr erwartet. Aber ich finde, so ist das Verhältnis zwischen Blogartikeln und der Geschichte ideal. Immerhin gibt sie einem quasi durch die Blume ja zu verstehen, dass man das Leben nicht zu sehr ins Netz verlegen sollte.

Das Cover prsäentiert sich ziemlich rosarot. Normalerweise bin ich davon nicht so der Fan, aber hier lasse ich es gelten. Penny lasse ich jedes Rosarot durchgehen. Am meisten mag ich aber die Fotos, die Szenen und Schauplätze aus der Geschichte zeigen. Das macht neugierig, und Fotos gehören zu einem Blog einfach dazu.

Fazit:  Entgegen meiner ersten Einschätzung hat mir „Girl Online“ super gut gefallen! Eine wunderschöne, spannende und auch romantische Geschichte mit zwei (später dann drei) absolut liebenswerten Hauptfiguren. Gleichzeitig wird deutlich, dass diese Sache mit den Online-Freunden etwas ist, was man mit Vorsicht genießen sollte. Auf der Botschaft wird erfreulicherweise nicht herumgeritten bis zum Gehtnichtmehr, aber sie ist da und kommt auch trotzdem an. „Girl Online“ ist rundum einfach eine süße Geschichte, die mich auch einige Male zu Tränen gerührt hat. Der Wendepunkt hätte für mich etwas früher kommen dürfen. Er ist ziemlich spät dran. Doch das kann dem Gesamteindruck von der Geschichte nicht viel anhaben.


Titel: Girl Online
Autor: Zoe Sugg
Seiten: 412
Verlag: cbj
ISBN: 978-3570171318
Preis: € 14,99

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