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Sep 02

Rezension – Mystery Thriller 06 / 2004 – Achterbahn des Schreckens (Diane Hoh)

mysth604Der Ausflug in den Vergnügungspark wird der reine Horrortrip: Erst stürzt ein Wagen von der Achterbahn, dann verunglückt Tee‘ Freundin Gina. Alles nur Zufall? Von wegen! Tess merkt schnell, dass die Unfälle ihr gegolten haben. Denn plötzlich passiert jeden Tag etwas Grauenvolles, das ihr total Angst macht. Sie hat keine Ahnung, wer sie verfolgt, in einen leeren Pool stößt, auf ihre Clique einen Giftanschlag ausübt, dem Tess nur zufällig entgeht. Zum Glück hält ihr Freund Sam zu ihr und tröstet sie zärtlich. Aber als sie herausfindet, wer hinter dem Terror steckt, ist er nicht da…

Aus der Rubrik „Pausenlektüre“ gibt es heute wieder eine Rezension zu einem Mystery Thriller Romanheft. Allerdings hat mich dieses Heft in die Irre geführt. Sonst spielen Diane Hohs Mystery Thriller an der Salem Universität, was für mich eine der besten Kulissen für diese Thriller ist. Doch „Achterbahn des Schreckens“ hat damit nicht annähernd etwas zu tun. Das hat mich etwas enttäuscht.
Tess mochte ich auch nicht richtig. Erst recht nicht am Anfang der Geschichte. Sie wirkte auf mich missmutig, unzufrieden und patzig. Das sind Eigenschaften, die mir Charaktere alles andere als sympathisch machen.
Da war ich beinahe froh als sich der grauenvolle Achterbahnunfall ereignete und endlich nicht mehr Tess verletztes Ego im Vordergrund stand. Ich mag spannende und gruselige Geschichten, die in Freizeitparks spielen. Solche Parks sind eigentlich Orte voller Spass, Phantasie und Leichtigkeit. Da finde ich es umso schlimmer, wenn an solchen Orten etwas so Schreckliches passiert. Genau dieser Gegensatz macht solche Geschichten für mich so reizvoll.
Nach diesem ersten Vorfall fiel es mir leichter „Achterbahn des Schreckens“ zu lesen. So richtig gemocht habe ich Tess zwar bis zum Schluss nicht -da war immer eine gewisse Distanz vorhanden- aber ich fand es doch spannend, was sie im weiteren Verlauf der Geschichte erlebt. Die nächten Zwischen- und Unfälle sind ebenfalls ziemlich grausig, teilweise sogar ein bisschen gruselig, sodass ich durchaus mit Tess mitgefiebert und mitgerätselt habe. Wer könnte hinter alldem stecken?
Da hat man hier ganz schön Auswahl. Tess‘ Freundeskreis ist recht groß und jeder benimmt sich irgendwann mal irgendwie verdächtig. So kann man gut mitknobeln und verdächtigen. Mir macht das an einem Krimi oder Thriller immer sehr viel Spass und so hat mich das auch hier gut unterhalten.
Eine Reihe Passagen in Tagebuchform, geschrieben vom Täter, geben Hinweise auf die Hintergründe des Geschehens. Ich habe stets versucht, auch aus diesen Abschnitten abzuleiten, wer der Täter sein könnte. Hat aber nicht geklappt 😉
Somit fand ich die Geschichte ganz spannend.
Die Auflösung hat mich wirklich überrascht. Auch wenn ich das Motiv ein wenig dünn fand. Aber den Täter hatte ich nie mehr im Verdacht als die übrigen Kandidaten.

Anfangs lag es daran, dass ich Tess nicht mochte. Woran es später lag, kann ich gar nicht so genau sagen. Jedenfalls las sich „Achterbahn des Schreckens“ für mich nicht so flüssig wie die Mystery Thriller sonst. Ich denke, es lag am ehesten an den besagten Tagebuch-Abschnitten, die nicht deutlich genug getrennt vom restlichen Text gedruckt sind. Das hat mich oft rausgebracht, weil ich mich gefragt habe, wo und bei wem ich plötzlich gelandet bin. Daran konnte auch der kursive Druck nichts ändern. Das hätte man geschickter lösen bzw deutlicher machen können. Und wer jetzt meint, ich solle mich bei solchen „Groschenromanen“ nicht päpstlicher aufführen als der Papst, dem sei gesagt, dass € 2,50 (die letzten Einzelbände kosteten stattliche € 3,49!) für mich alles sind, aber keine Groschen. Dafür erwarte ich eben auch ein bisschen was beim Druck. Das dürfte auch 2004 bereits hinzukriegen gewesen sein.

Das Cover gefiel mir auf Anhieb, auch wenn man beim verwischten Hintergrund schon genau hinsehen muss um die roten Stäbe als Achterbahnschienen zu erkennen. Aber mir gefällt halt dieses Verwischte unheimlich gut. Genauso wie man die Lichter eines Vergnügungsparks bei einer rasanten Achterbahnfahrt sieht.

Fazit: Mit Tess hatte ich meine Schwierigkeiten, weil sie mir anfangs zu muffig rüberkam. Trotzdem fand ich die Geschichte ganz spannend, weil man prima miträtseln kann, wer der Täter sein könnte. Für mich las sich dieser Mystery Thriller etwas holprig wegen des verunglückten Drucks, aber ich schätze, dass das nicht jeder so eng sieht. Deshalb winke ich es mal so durch.


Titel:  Mystery Thriller – Achterbahn des Schreckens  (Heft 06 / 2004)
Autor: Diane Hoh
Seiten:  ca. 127
Verlag: Cora Verlag
Preis:  € 2,50 (gedruckt)

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